„Night of Candles and Carols“ in der Kasseler Rosenkranzkirche

Das wohl letzte große Weihnachtskonzert des Kirchenjahres ist längst kein Geheimtipp mehr. Es hat sich herumgesprochen, dass die Nacht der Kerzen und Weihnachtslieder („Night of Candles and Carols“) in der Rosenkranzkirche am Bebelplatz eine stimmungsvolle Veranstaltung ist. Entsprechend war das von unzähligen Kerzen ausgeleuchtete Gotteshaus am Sonntagabend fast bis auf den letzten Platz gefüllt.

Das Collegium Vocale unter Leitung von Thomas Pieper in der Rosenkranzkirche.
Das Collegium Vocale unter Leitung von Thomas Pieper in der Rosenkranzkirche.

Das stimmlich gut aufgestellte und insbesondere in der Phrasierung und den dynamischen Abstufungen überzeugende Collegium Vocale unter der Leitung von Thomas Pieper brachte, was offenbar auch noch Anfang Januar viele hören wollen: kurze, schöne weihnachtliche Lieder auf Deutsch und Englisch aus verschiedenen Jahrhunderten in farbenreichen, für die Ausführenden nicht selten anspruchsvollen Arrangements.

Die Bandbreite reichte wie schon im Jahr zuvor von traditionellem Liedgut („Adeste fideles“, „Stille Nacht“ in der harmonisch erweiterten Version) über den „Englischen Gruß“ von Johannes Brahms, Heinrich von Herzogenbergs „Die heiligen drei Könige“ und einen Chorsatz Felix Mendelssohns bis zu modernen Kompositionen von Bob Chilcott und John Rutter (Klavier: Julia Reingardt).

Dank der Orientierung an der biblischen Erzählung (Lesung: Stephan Röder) folgte die Liedauswahl einem roten Faden. Der Strom der Gesänge brachte den emotionalen Gehalt der Geschichte kaleidoskopartig zur Geltung. Das umfasste etwa Marienlieder, rauschende Freude über die Geburt („Deck the Hall“), aber auch Ruhe („Dormi, Jesu“) und Besinnlichkeit. Nach anderthalb Stunden Konzert und minutenlangem Schlussapplaus verabschiedete sich die 25 Sängerinnen und Sänger mit John Rutters klangschönen „New Years Carol“.

Auftritt der der Katholischen Kirchenmusik Kassel bei Facebook

Dieser Artikel ist zuerst in der HNA erschienen.